Last week I wrote again a newsletter for work. All "voluteers" should do this 3-4 times a year. Here the text. Sorry its in German...
Liebe Familie, Freunde und Bekannte,
Vor genau einem Jahr bin ich in die Schweiz geflogen, um am Ausreisekurs der Bethlehem Mission Immensee (BMI) teilzunehmen und meine Stelle als Koordinatorin für Sambia anzutreten. Nun neigt sich nicht nur mein erstes Jahr als BMI-Koordinatorin in Sambia dem Ende zu, auch 2009 klingt langsam aus. Im Shoppingzentrum Manda Hill hier in Lusaka hängt bereits der Weihnachtsschmuck. Künstliche Weihnachtsbäume mit viel glitzerndem Firlefanz und Leuchtgirlanden stehen in- und ausserhalb der Läden. Im Kino im Shoppingzentrum Arcades läuft ein amerikanischer Weihnachtsfilm. Das Kinoplakat zeigt eine schneebedeckte Landschaft. Schnee?! Eine merkwürdige Vorstellung für Sambia. Hier hat die Regenzeit begonnen. Seit zwei Tagen ist es etwas kühler (zuvor 38 C), der Himmel mehrheitlich bedeckt und vor allem abends fällt Regen. Seit etwa 2 Wochen werden Mangos am Strassenrand verkauft. Ausserdem ist Wassermelonen- und Ananaszeit.
Der Regen beendet die lange Trockenzeit. Während dürres Gras monatelang die Landschaft prägte, wird nun alles grün. Keime schiessen in einem Tempo aus dem Boden, dass man beim Wachsen zusehen kann. Nach dem ersten Regen krochen auch die „Fliegenden Ameisen“ zu Tausenden aus ihren Löchern. Am nächsten Morgen fanden wir Millionen von abgeworfenen Flügeln vor der Haustüre. Die „Inswa“ werden angebraten (ohne Flügel) und sind eine eiweissreiche Delikatesse. Ich finde sie nicht besonders toll (geschmacklos!) und muss mich ehrlich gesagt noch immer etwas überwinden, davon zu essen. Da bleibe ich doch lieber bei meiner „verdorbenen Milch“ (Käse) und sehne mich nach einem kräftigen Käsefondue.
Seit etwa drei Wochen wohne ich mit meiner Familie nicht mehr in Lusaka, sondern 15km ausserhalb im Grünen. Am Morgen (besonders wenn es die ganze Nacht geregnet hat) muss ich aufpassen, nicht mit meinem Auto vor unserem Haus im Schlamm stecken zu bleiben. Ansonst gefällt es uns gut. Das Haus ist von 2 Hektaren Land umgeben. Das meiste davon ist halbhoher Bush, mit vielen Schlangen. Unglaublich auch, was es alles an Käfern und sonstigen Insekten gibt. Ich staune jeden Tag. Mit den Kindern haben wir einen Garten angelegt: Bohnen, Süsskartoffeln, Erbsen, Karotten, Auberginen, Salat und vieles mehr. Wir werden hoffentlich bald nicht mehr auf dem Markt Gemüse einkaufen müssen. Angepflanzt habe ich auch bereits 2 Schneeballbäume (duften herrlich!), 2 Papayas und 1 „Queen of the night“ (duftet in der Nacht wie Jasmin). Bereit stehen ausserdem noch 2 Pappeln (Schatten!), 1 Litchibaum, 1 Birnenbaum, 1 Orangenbaum und etwas, das ich nicht kenne („Nitchi“?).
Am letzten Sonntag haben wir auch ein Maisfeld angelegt. Der Regen kam noch in der gleichen Nacht. Seither verstehe ich die Sorgen der hiesigen Kleinbauern auf eine neue Art und Weise: War es zuviel Regen? Hat es den Dünger weggeschwemmt? Wird es in den kommenden Wochen genügend regnen? Wie wird die Ernte ausfallen? Ein Unterschied bleibt: Meine Existenz hängt nicht von einer guten Ernte ab.
Was sonst so in Sambia passiert? Seit Wochen herrscht Benzin-Knappheit. Stundenlang stehen die Leute an, um dann nur rationierte 10 Liter zu bekommen (oder ein zusätzliches „Trinkgeld“ bezahlen…).
In den Medien geht die „Schlammschlacht“ zwischen Präsident und Opposition weiter. Hier ein paar Beispiele von Schlagzeilen in „The Post“
“Sata is a son of Satan – Rupiah”
“Banda is not grateful to God – Sata”
„ Sata and I have been vindicated – Hichilema… what we’ve been telling you about Banda is not a lie, this man is corrupt“
“Rupiah is the most useless President, says Sondashi”
(The Post ist in Sambia die Zeitung mit der grössten Auflage. Sie unterstützt mehrheitlich die Opposition.)
Im September war ich zum ersten Mal am Koordinationsseminar in Immensee. Es war spannend zu hören, wie es den anderen KoordinatorInnen ergeht. Und es war schön, Freunde & Familie wieder zu sehen und mengenweise guten Schweizer Käse zu essen. Mit viel Energie und Motivation kam ich zurück nach Sambia. Zum Landestreffen im Oktober kamen dieses Mal auch einige Vertreter der Partnerorganisationen und bereicherten unsere Diskussionen sehr. Ebenfalls im Oktober fand ein Workshop für Partnerorganisationen und Interessierte bezüglich des HIV/AIDS Fond statt. Die Teilnehmenden dieses Workshops konnten sich auf einen (neuen) Fokus für den HIV/AIDS Fonds einigen. Dies wird meine und Cecilias Arbeit im 2010 erleichtern. Seit den beiden Workshops bin ich dabei, die geleistete Arbeit auszuwerten, 2010 zu planen und vorzubereiten. Mindestens 3 zusätzliche Fachpersonen werden zu Beginn des Jahres 2010 in Sambia ankommen. Hingegen sind Michael und Annie dabei, ihr Projekt abzuschliessen. Sie werden im Januar für letzte Gespräche nach Immensee fliegen. Aber zuvor werde ich noch Jahresberichte aus allen Projekten erhalten. Erste Gespräche mit Vertretern der Partner-organisation werden noch dieses Jahr stattfinden. Es gib also noch viel zu tun bis Ende Jahr!
Soviel an News aus Sambia für dieses Mal. Von meiner Arbeit schreibe ich im nächsten Rundbrief wieder mehr. Heute möchte ich vor allem die Gelegenheit wahrnehmen mich herzlich für Eure moralische und finanzielle Unterstützung in diesem Jahr zu bedanken. Zikomo!
Mein Brief wird Euch wahrscheinlich kurz vor Weihnachten erreichen. Sollte die sambische Post aber auch unter dem Benzinmangel leiden, dann wird es vielleicht 2010. Wie auch immer, Ich wünsche Euch auf alle Fälle eine sinnliche Weihnachtszeit, einen guten Rutsch ins 2010 und umarme Euch herzlich!
M
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