04 September 2006

Trip to Imishli

Sind noch vor Morgengrauen losgefahren. 5h frueh um moeglichst vor der grossen Hitze da zu sein. 3 Stunden Fahrt, die meiste Zeit davon hab ich trotz Schlagloecher verschlafen. Nur wenige Bilder sind daher von der Reise haengengeblieben. Oelbohrtuerme, deren Flamme man in der Nacht deutlich sieht. Frisch geschlachtete, mit dem Kopf nach unten aufgehaengte Schafe, die teilweise noch gehaeutet werden. Ein langer Gueterzug. Und habe auch festgestellte, dass die Landschaft gruener wurde, je mehr wir Baku hinter uns liessen. Was nicht heisst, dass nicht ueberall auf allem eine Schicht Staub bzw Sand liegt. Haben etwa nach 2 Std eine Fruehstueckspause eingelegt. Hab mich gut mit einem der schweizer Geldgeber unterhalten. Spannend.

Wir sind dann direkt nach Bilasuvar zu einem der IDP Settlements gefahren. Hab leider keine Fotos, werd ich aber bei der naechsten (und die wird es sicher geben) Gelegenheit nachholen. Haeuschen neben Haeuschen, jedes mit einem Stueck Land. Je nach dem was die Familie darausgemacht hat, gib es Unterschiede. Mal ist die Veranda ausgebaut (zusaetzliches Zimmer), mal hat es im Garten Tiere oder Gemuese, mal hat es einen kleinen Verkaufstand,...
Vor der Schule warteten bereits verschiedenen Herren, denen wir mehr oder weniger vorgestellt wurden. Muss merkwuerdig ausgesehen haben, der relativ neue weissen Merzedesminibus aus dem lauter Auslaender aussteigen. Touristen, die ne Schule anschauen kommen. Super schlechter erster Kontakt. Genau dieses Bild wollte ich/wir eigendlich vermeiden... naja, werden es vielleicht/hoffentlich ein bisschen zurechtruecken koennen.

Viele Oh und Ahs, Staunen ueber die grosse Sporthalle (gib es ansonst nicht in Azerbaijan), Stirnrunzeln ueber das unbenutzte und voellig verwachsene Fussballfeld, erstaunte Blicke beim ueber die Pflanze, die im Gang der Schule zum Boden herauswachsen. Alles ziemlich neu und in extrem guten Zustand. Der allgegenwertige hochverehrte „Presi“ hat nachdem die IDPs 10 Jahren in Zeltlager gelebt haben, nach einer Naturkatastrophe (was genau passiert ist weiss ich noch nicht) beschlossen diese Settlements zu bauen. Infrastruktur, aber ohne Inhalt. Keine Baelle (ist noch zu ueberpruefen), keine Aktivitaeten ausserhalb der Schulzeit, nur TV als Freizeitgestaltung,... naja, klingt mir alles ein bisschen zu schwarz-weiss. Ausserdem hatten wir keinen Uebersetzer, sondern „nur“ unserer Countrymanager der die Rolle des Uebersetzers uebernommen hatte, aber seine eigene Agenda natuerlich miteingebracht hat...

Unser evt. zukuenftige Bleibe ist zwar gross, aber total unpraktisch. Die Raumaufteilung eigened sich nicht wirklich um Wohnung und Buero unter einem Dach unterzubringen. Um ins Buero zu kommen, muessen alle durch das Wohnzimmer... dass heisst wir haetten keine Privatsspaere. Das relative einfach Badezimmer ( nicht abschliessbares Stehklo und eine kaum funktionierende Dusche), muesste wir aussedem mit allen teilen. Hm, was, wenn ich verschlafe und mich doch noch schnell duschen moechte? Muslimische Geschellschaft; und auch in der Schweiz moechte ich nicht im Nachhemd durchs Buero laufen... Vorallem wenn in unserem Wohnzimmer der Fahrer herumhaengt, ein paar Teachers vorbeikommen, oder oder oder
Auch haben wir herausgefunden, dass der Vertrag ein paar Ungereimheiten hat. Angefangen bei der mindestens 4fachen so teuren Miete als Ortsueblich, Vorauszahlungen, fehlende Telefonleitung,... wer schneidet sich hier welches Stueck vom Kuechen ab??? Mist!!!

Nach dem Geldgeber und Arbeitsgeber abgefahren sind, haben wir noch mit ein paar Lokals und Expats aus dem Ort (Expats reisen aber in 2 Wochen ab) Lunch gegessen. Ich war natuerlich die einzige Frau in dem Restaurant... Lunch und anschliessender Nachmittag hat fuer uns viele spannende Infos gebracht: u.a. Ortsuebliche Mietzins, Kontakt zu einer lokalen NGO, Besuch deren Bueros (wow adsl!!), Angebot Bueros zu teilen ( hm 50 statt 750 Manat?!), lots of „don’ts“ (kein Alk und kein Rauchen in der Oeffentlichkeit, nicht vorne im Auto sitzen, geschweige dann fahren,... auch sollte ich weder alleine, noch mit einem nicht mit mir verheirateten Mann wohnen,... Probleme in Sicht!!!),...

Auf dem Rueckweg haben wir natuerlich viel diskutiert (hoffe unsere Fahrer versteht nur Bruchstuecke Englisch!!!) und haben eine ziemlich lange Liste von Fragen und Entscheide fuer die fuer den naechsten Tag angesagte Sitzung aufgestellt. Ziemlich KO in Baku angekommen. Letzte Bilder von der Reise: je mehr man sich Baku naehert, um so krasser sieht die Landschaft aus. Felsbrocken, Sand und Oeltuerme. Ausgenuetzte verschmutzte „Natur“. Zwar war es etwas kuehler in Baku, aber die Feuchtigkeit war spuerbar (hab den ganzen Tag ein trochenes T-shirt gehabt in Imishli!!!) und die verschmutzte Luft nimmt einen den Atem, wenn man vom Land kommt... Freu mich auf Imishli, trotz allem. Der Tag war aber ein ziemlicher Schock, Augenoeffner,...

PS: Ali muesste am naechsten Tag alleine unsere Liste durchgehen an der Sitzung. Mein Magen hat zum zweiten Mal mich ans Bett gefesselt (well, nach dem er leer war). Zu viel stress? Panik? Oder? KO!

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